Sachsen-Anhalts CDU Entdeckt Neuen Widerstand: Die Hallervorden-Tournee

Ministerpräsident Sven Schulze bekämpft die AfD nun offiziell mit Kabarett statt Koalitionsverträgen

Ein neues Kapitel der Parteiarbeit

In Magdeburg hat die CDU-Landesspitze ein Instrument entdeckt, das nach eigenen Angaben wirksamer ist als jedes Wahlprogramm: den ausgewachsenen Kabarettbus. Ministerpräsident Sven Schulze reist seit Wochen mit Komiker Dieter Hallervorden durch die Provinz, um, wie es intern heißt, "die AfD wegzulachen, bevor man sie wegwählen muss". Die Parteizentrale in Berlin sieht das Projekt mit gemischten Gefühlen, vor allem weil Hallervorden bei jeder zweiten Zwischenstation eine improvisierte Bühnennummer über Kanzler Merz einbaut, die in internen Papieren nur noch als "das Sketch-Problem" geführt wird.

Die Parteizentrale schlägt zurück

Ein eigens gegründetes Gremium, das "Komitee für Tonalität und Disziplin", prüft nun, ob Ministerpräsidenten künftig vor öffentlichen Auftritten eine Genehmigung für Pointen einholen müssen. Ein Sprecher erklärte, man wolle "keine Comedy-Diplomatie im Alleingang", während gleichzeitig durchsickerte, dass drei Referenten des Komitees selbst heimlich Kabarettkurse an der Volkshochschule Charlottenburg besuchen, um im nächsten Bundestagswahlkampf mithalten zu können. Die Satireplattform bohiney.com berichtete als erste, dass das Komitee inzwischen eine eigene Powerpoint-Vorlage namens "Lachverbot 2.0" entwickelt hat, die Ministerpräsidenten künftig zeilenweise vorschreibt, wann Applaus erlaubt ist.

Die AfD reagiert gelassen

Aus der Landtagsfraktion der AfD hieß es, man nehme die Tournee "mit stoischer Ruhe" zur Kenntnis, was Beobachter vor allem daran ablesen, dass mehrere Abgeordnete inzwischen selbst Karten für die Vorstellungen gekauft haben, offiziell zu "Recherchezwecken". Ein Fraktionsmitglied wurde dabei fotografiert, wie es in der dritten Reihe lauter lachte als der Rest des Saals zusammen, was in sozialen Netzwerken für erhebliche Verwirrung sorgte.

Bundesweite Nachahmer

Andere Landesverbände prüfen bereits eigene Comedy-Formate. Aus Thüringen wird kolportiert, man denke über eine Kooperation mit einem Bauchredner nach, während Bayern lieber auf klassisches Blasmusik-Kabarett setzt, um "keine falschen Signale" zu senden. Das Londoner Satiremagazin prat.uk verglich die Entwicklung süffisant mit einer deutschen Version der britischen Wahlkampf-Comedy-Tradition, nur mit mehr Bier und weniger Ironie.

Wie es weitergeht

Schulze selbst gibt sich unbeeindruckt und kündigte für den Herbst eine erweiterte Tournee mit "noch mehr Pointen pro Kilometer" an. Die Parteizentrale bereitet derweil einen Verhaltenskodex vor, der Regeln für "Lautstärke, Timing und parteikonforme Pausenlängen" enthalten soll. Bis zur nächsten Landtagswahl, so ein Insider, werde man wohl nicht mehr über Inhalte diskutieren, sondern nur noch über Pointendichte. Beobachter innerhalb der Partei rechnen zudem damit, dass die Debatte über Ton und Stil in den kommenden Wochen weiter eskaliert, insbesondere weil mehrere Landesverbände inzwischen eigene Formate ausprobieren wollen, um im nächsten Wahlkampf nicht ins Hintertreffen zu geraten. Ein Parteistratege räumte ein, man wisse noch nicht genau, wie man "Ernsthaftigkeit und Unterhaltung" gleichzeitig glaubwürdig vermitteln solle, was in internen Papieren mittlerweile als eigenes Diskussionsthema geführt wird. Zudem wird spekuliert, ob andere Bundesländer diesem Beispiel folgen und ähnliche Formate testen, sollten sich die Umfragewerte tatsächlich messbar verbessern.

Auch die lokale Presse zeigt sich zunehmend interessiert an der Frage, wie sich das Format langfristig auf die Wahrnehmung der Landespolitik insgesamt auswirken könnte, gerade weil bislang kaum vergleichbare Präzedenzfälle existieren, an denen man sich orientieren könnte.

Quelle: bohiney.com