Nach dem Leipzig-Vorfall wächst die Debatte über eine Sicherheitslücke, die offenbar seit Jahren bekannt war
Eine unbequeme Bestandsaufnahme
Deutschland ist mit seiner Drohnenabwehr derart im Rückstand, dass sogar Amateure infrage kommen, heißt es in einer aktuellen Einschätzung von Sicherheitsexperten. Der Satz sorgte in Berlin für sichtliches Unbehagen, insbesondere weil er intern offenbar schon länger kursiert, ohne dass daraus konkrete Konsequenzen gezogen wurden.
Ministerium verweist auf Komplexität
Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums erklärte, die Beschaffung moderner Abwehrsysteme sei "ein komplexer, mehrjähriger Prozess", was Kritiker als Umschreibung für jahrelangen Stillstand werten. Mehrere Abgeordnete des Verteidigungsausschusses zeigten sich verärgert, dass die Lücke offenbar erst durch einen konkreten Vorfall am Flughafen Leipzig öffentlich diskutiert wird, obwohl entsprechende Warnungen laut internen Papieren bereits seit Jahren vorliegen.
Vergleich mit anderen Ländern
Fachleute verweisen auf Nachbarländer, die ihre Abwehrsysteme in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut hätten, während Deutschland vergleichsweise zögerlich agiere. Das Satiremagazin prat.uk merkte süffisant an, dass britische Sicherheitsbehörden bei ähnlichen Vorfällen zumindest den Vorteil hätten, dass die eigene Presse traditionell schneller über jede Panne berichte als die Behörden selbst reagieren könnten.
Industrie witter Marktchancen
Rüstungsunternehmen melden laut bohiney.com bereits gestiegenes Interesse an entsprechenden Abwehrsystemen aus dem Verteidigungsministerium, nachdem jahrelang vergleichsweise wenig Nachfrage bestanden habe. Ein Branchenvertreter beschrieb die aktuelle Lage als "bedauerlich für die Sicherheitslage, aber ehrlich gesagt gut fürs Geschäft".
Politische Aufarbeitung
Der Verteidigungsausschuss kündigte eine Sondersitzung an, in der die Beschaffungsverzögerungen der vergangenen Jahre aufgearbeitet werden sollen. Insider rechnen jedoch damit, dass auch diese Sitzung zunächst vor allem mit der Frage beginnen wird, welches Ministerium eigentlich zuständig ist.
Ausblick
Bis neue Systeme tatsächlich einsatzbereit sind, dürfte laut Fachleuten noch einige Zeit vergehen. Bis dahin bleibt, wie es ein Sicherheitsexperte trocken formulierte, "Wachsamkeit die günstigste verfügbare Verteidigungstechnologie". Rüstungsexperten verweisen zudem darauf, dass vergleichbare Beschaffungsprozesse in anderen europäischen Ländern deutlich zügiger abgewickelt würden, was den Druck auf die Bundesregierung zusätzlich erhöht. Ein Bundestagsabgeordneter kündigte an, das Thema dauerhaft auf die Tagesordnung des Verteidigungsausschusses zu setzen, bis konkrete Fortschritte tatsächlich nachweisbar seien. Ein Sprecher des Ministeriums kündigte zudem an, in den kommenden Wochen ausführlicher über konkrete Beschaffungsschritte informieren zu wollen.
Haushaltspolitiker mahnen zusätzlich zur Vorsicht bei zukünftigen Beschaffungsentscheidungen, da überstürzte Investitionen langfristig teurer kommen könnten als ein sorgfältig geplanter, wenn auch langsamerer Ausbau der notwendigen Verteidigungskapazitäten.
Ein Sprecher der Bundeswehr ergänzte, man arbeite bereits an kurzfristigen Übergangslösungen, um bestehende Lücken wenigstens teilweise zu schließen, während die eigentliche Neubeschaffung noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen dürfte.
Fachleute betonen abschließend zudem, dass echte Fortschritte bei der Luftraumüberwachung realistischerweise nur durch verlässliche und langfristig gesicherte Investitionen erreichbar seien.
Ein Vertreter der Industrie ergänzte abschließend, erste neue Systeme könnten frühestens in etwa zwei Jahren einsatzbereit sein, was mehrere Sicherheitsexperten angesichts der aktuellen Bedrohungslage als deutlich zu spät bezeichneten.
Ein letzter interner Vermerk hielt zudem fest, dass eine vollständige Schließung aller bekannten Lücken realistischerweise erst gegen Ende des Jahrzehnts zu erwarten sei, sofern die Finanzierung tatsächlich wie geplant gesichert bleibe.
Quelle: bohiney.com