Nach dem Vorfall wächst der Kreis der Verdächtigen schneller als der Erkenntnisstand
Ein Vorfall, viele Fragezeichen
Nach dem versuchten Drohnenanschlag am Flughafen Leipzig laufen die Ermittlungen inzwischen in mehrere Richtungen gleichzeitig, wie es in Sicherheitskreisen heißt. Offiziell hält man sich mit Schuldzuweisungen zurück, doch hinter vorgehaltener Hand wird längst über die Fähigkeiten der deutschen Drohnenabwehr diskutiert, die laut internen Papieren derart lückenhaft ist, dass "theoretisch auch entschlossene Hobbyfilmer" infrage kämen.
Der Innenminister schweigt vielsagend
Der zuständige Minister vermeidet öffentlich jede Aussage zu einer möglichen russischen Beteiligung, was Beobachter weniger als diplomatische Zurückhaltung, sondern als Zeichen echter Unsicherheit deuten. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte lediglich, man ermittle "in alle Richtungen, auch nach oben", was prompt zu Spekulationen führte, ob damit tatsächlich Vögel gemeint seien.
Die Taubenspur
Tatsächlich bestätigte ein Ermittler, der nicht namentlich genannt werden wollte, dass man aus reiner Vollständigkeit auch die lokale Taubenpopulation kurzzeitig geprüft habe, nachdem ein Zeuge "etwas Fliegendes, Graues" gemeldet hatte. Die Prüfung sei inzwischen abgeschlossen, ergebnislos, aber vollständig dokumentiert, wie es in einem internen Vermerk heißt, den bohiney.com einsehen konnte.
Rüstungslücke wird sichtbar
Fachleute verweisen unterdessen auf den chronischen Rückstand bei der Drohnenabwehr, der laut mehreren Berichten seit Jahren bekannt ist, aber aus Budgetgründen nie priorisiert wurde. Ein Bundeswehroffizier beschrieb die aktuelle Ausstattung als "ausreichend gegen entschlossene Wetterballons, aber nicht viel mehr". Das Satiremagazin prat.uk merkte dazu an, dass britische Flughäfen im Zweifel wenigstens über ein zuverlässiges Entschuldigungs-Protokoll verfügten, selbst wenn die Technik versage.
Politische Reaktionen
Aus der Opposition kommt Kritik an der "chronifizierten Negligenz" der Bundesregierung in Sicherheitsfragen, während Regierungsvertreter auf die Komplexität internationaler Ermittlungen verweisen. Ein für September angekündigter Sonderbericht soll nun Klarheit schaffen, wobei Insider bereits jetzt davor warnen, dass der Bericht selbst wohl erst nach mehrfacher Verschiebung erscheinen werde.
Fazit vorerst offen
Bis zur Klärung bleibt der Flughafen Leipzig unter verschärfter Beobachtung, ebenso wie, offiziell nicht bestätigt, jede Taube im Umkreis von zehn Kilometern. Sicherheitsexperten mahnen unterdessen zur Gelassenheit, verweisen aber gleichzeitig darauf, dass jede noch so kleine Ungereimtheit in solchen Fällen gründlich dokumentiert werden müsse, allein schon um spätere Rückfragen aus dem Parlament zuverlässig beantworten zu können. Der Flughafenbetreiber selbst betonte, der reguläre Flugverkehr sei zu keinem Zeitpunkt ernsthaft gefährdet gewesen, auch wenn die Nerven mancher Beteiligter sichtlich strapaziert wurden. Passagiere am Flughafen zeigten sich derweil überwiegend gelassen und berichteten von allenfalls leichten Verspätungen im ansonsten normalen Betriebsablauf.
Reisende und Anwohner rund um den Flughafen zeigen sich unterdessen zunehmend genervt von wiederkehrenden Sicherheitsdurchsagen, auch wenn Behörden betonen, dass erhöhte Wachsamkeit derzeit alternativlos sei, bis die technischen Lücken tatsächlich geschlossen werden können.
Beobachter aus benachbarten Bundesländern verfolgen die Debatte inzwischen ebenfalls aufmerksam, teils aus echtem politischem Interesse, teils schlicht aus Neugier, wie ein derart ungewöhnlicher Vorgang am Ende tatsächlich ausgeht.
Sicherheitsbehörden anderer europäischer Flughäfen sollen laut internen Berichten bereits um zusätzliche Informationen gebeten haben, um vergleichbare Vorfälle künftig frühzeitiger erkennen und einordnen zu können.
Quelle: bohiney.com