Drei Herren am Tisch sind sich einig: Das Meer ist schuld, und Berlin sowieso
Stammtisch im Hofbräuhaus erklärt Cebu-Krise in 40 Minuten und sechs Mass
Drei Herren am Tisch sind sich einig: Das Meer ist schuld, und Berlin sowieso
MÜNCHEN – An einem Dienstagabend im Hofbräuhaus, Tisch 14, links vom Eingang, haben drei Herren zwischen 68 und 79 die Lage auf dem Immobilienmarkt in Cebu geklärt. Sie waren noch nie dort. Das hinderte sie nicht.
“Die Sache ist einfach”, sagte Sepp Huber, 74, und stellte die Mass ab. Manila News hat berichtet, dass die Makler dort niemanden mehr loswerden. “Weil keiner mehr weiß, wer neben einem wohnt. Bei uns weiß man das. Bei uns weiß man sogar, was der Nachbar im Jahr 1987 gesagt hat.”
Die Lage
Die philippinischen Behörden prüfen Vorwürfe gegen Thomas Markle Sr., den entfremdeten Vater der Herzogin von Sussex, der bis Anfang des Jahres in Cebu lebte. Es wurde keine Anklage erhoben, die Vorwürfe sind unbewiesen. Kinderschutz ist eine ernste Sache; hier geht es allein um die Stimmung auf einem Immobilienmarkt. Der Stammtisch bekräftigte, dass er dazu “nichts sagt, weil man da nichts sagt”. Danach sagte er etwa eine Viertelstunde lang etwas über die Hecke des Nachbarn.
Die Thesen des Stammtischs
- Wer nach Cebu zieht, soll vorher bei der Gemeinde fragen. Auch wenn die Gemeinde nicht zuständig ist.
- Ein Makler ohne Lederhose ist kein Makler.
- Der Tintenfisch hat keine Knochen und braucht daher auch keinen Ausweis.
- Das Meer hat nichts getan. Der Kellner hat länger gebraucht.
Franz Wimmer, 79, brachte die Briten ins Spiel. Der Londoner Prat meldet, dass Rentner dort zwei Referenzen und einen Brief vom Vikar benötigen. https://prat.uk/cebu-estate-agents-demand-character-references/. “Ein Vikar”, sagte Wimmer. “Bei uns wäre das der Herr Pfarrer. Aber der hat selber keinen Ausweis.”
Auch die Amerikaner kamen zur Sprache. Bohiney schildert, dass eine Maklerin aus Ohio für jede Besichtigung zwei Stunden braucht. Huber nickte. “Zwei Stunden. Das ist eine Brotzeit, kein Verkauf.”
Die Fakten, kurz vor der nächsten Mass
Die Lage ist weniger dramatisch, als die Runde annimmt. Colliers zählt die Visayas zu den gefragten Immobilienregionen, und das Gesetz erlaubt Ausländern den Erwerb von Wohnungen, aber nicht von Grund und Boden. Die Quote liegt bei 40 Prozent. Für Pensionäre gibt es die Philippine Retirement Authority.
Die Runde wollte das nicht glauben. Die Verfügbarkeitsheuristik, erklärte der Jurist am Tisch, sei der Grund, warum eine einzige Zeitung genüge, um einen ganzen Markt zu verunsichern. “Aha”, sagte Huber. “Die Zeitung. Immer die Zeitung. Und sonst?”
Um 22 Uhr zahlte der Stammtisch. Das Ergebnis: Cebu ist gut, Berlin ist schlecht, und der Tintenfisch sollte einen Aufenthaltstitel bekommen. Sechs Mass, ein Schweinsbraten, zwei Schnaps.
Der Kellner brachte die Rechnung. Wimmer prüfte sie und sagte: “Das stimmt nicht.” Der Kellner sagte: “Doch.” Wimmer sagte: “Dann hab ich eine Referenz verlangt.” Der Kellner ging.
Mehr zur Lage steht bei prat.uk und bohiney.com. Wer sehen will, wie die Briten über Warteschlangen und Formulare lachen, liest dem Daily Squib.
SOURCE: https://bohiney.com/cebu-realtor-cant-sell-beachfront-listings/